++ + Bewegung als Ausdruck der Innenwelt + + +   
 
Moskauer Eurythmieensemble
 

„Templaida“ gastierte in Düsseldorf .

 Von NNA-Korrespondentin Edith Willer-Kurtz DÜSSELDORF (NNA).

 Düsseldorf ist der Ort, in dem die Bewegungskunst Eurythmie eine ihrer Geburtsstunden erlebt hat. Denn anlässlich eines Besuchs im Haus der Industriellenfamilie Smits in Meerbusch lernte der Anthroposoph Rudolf Steiner die Tochter Lori Meier-Smits kennen und konnte sie für eine Eurythmie-Ausbildung gewinnen. So verwundert es nicht, wenn gerade hier die Eurhytmie eine besondere Förderung erfahren soll. Der Verein zur Förderung der Anthroposophie in Düsseldorf e. V. hält es für an der Zeit, die Euryhtmie in den öffentlichen Raum zu bringen.

 Diesmal war es die Darbietung von Templaida, dem Theater für musikalische Plastik und Drama aus Moskau, mit dem dieses Anliegen vorangebracht werden sollte.

 Die russischen Künstlerinnen und Künstler führten von Alexander Puschkin „Schneesturm“ mit der Musik von Georgij Sviridov als eurythmische Komposition in deutscher und russischer Sprache auf. Sviridov (1915 -1998) wurde als Komponist des musikalischen Genres der „Musikalischen Illustration“ gehört. Von Nikolai Gumilev (1886-1921) war am gleichen Abend „Das Kind Allahs“ in Szene gesetzt mit Musik von Nikolai Rimskij-Korsakov (1844-1908).

Gleichzeitig wurde darüber informiert, wie Eurythmie in Russland/ UDSSR in der einzigen Ausbildungsstätte des Landes in Moskau nach den Worten des Leiters des Ensembles, Nikolai Konovalenko, „unter miserablen finanziellen Verhältnissen“ lebt.

 Die Absolventen haben nach ihrer fünfjährigen Ausbildung am Institut ein staatlich anerkanntes Diplom für Eurythmie und auch Schauspiel und Regie erlangt. Die Ausbildung ist zwar kostenlos, das Studentenleben aber wird, so berichtet Konovalenko, mühsam durch Jobs finanziert. Nach dem Studium sind die Ausgebildeten an Waldorfschulen, staatlichen Schulen, Kindergärten und Fachhochschulen und Kunsthochschulen in Russland, Deutschland, Schweiz und Ukraine tätig.

Vera Ganina, sie schlüpft auf der Bühne gekonnt in Doppelrollen, kam aus Tula, studierte erst an der Musikfachschule Musiktheorie und lernte durch die Lehrerin für Rhythmik Eurythmie kennen und wechselte zum Eurythmiestudium. Sie war von der Anthroposophie sehr angetan und will gerne weiter am Institut arbeiten. Ihre Lebenskosten verdient sie derzeit mit der Gestaltung von Kindergeburtstags-Parties..

Andrey Makarov studierte Ballett – was ihn nicht befriedigte. Da er drei Häuser neben dem Institut wohnt, sah er dort eine Eurythmie-Aufführung und ahnte, dass darin eine Ergänzung zu finden ist. Im Gespräch verdeutlichte er, was sich als Ahnung bestätigte: „Die Bewegungen gehen weiter in den Raum, die Schönheit bleibt nicht im Physischen stehen, sie ist Ausdruck der tieferen Innenwelt.“

Nikolai Konovalenko wählte die Erzählung von Alexander Puschkin, weil er noch vor Tolstoi Liebe in einem karmischen Zusammenhang zeige : „Die Liebenden finden sich auch nach vertrackten Begebenheiten wieder in der Erzählung vom Schneesturm.“  

Als Karmaforschung zu betrachten sei ferner das Beispiel, wie die weibliche Gestalt in Prüfungen ihre zweite Hälfte finden soll. Nikolai Konovalenko möchte neue Wege aufzeigen: “Wir sollen lernen, uns gegenseitig besser zu verstehen“.

Die Kunst könne das Fühlen als Prozess darstellen in Abhängigkeit vom Menschen.

Nataliya Jogoleva, gestaltete die russischer Sprache, und da traf die Bezeichnung Sprachgestaltung wirklich ins Schwarze. Beeindruckt erlebten die Zuschauer das Wirken der russischen Volksseele in ihrer Sprache.  Der Zuschauer mit in Eurythmiedarbietungen geübtem Blick sah, wie bei den Darstellenden auch Tanz und Ballett als Ausbildungshintergrund präsent blieben.

Dennoch waren es die Gebärden und Bewegungen des Wortes, des Lautes und des Tones selbst und die in ihnen wirkenden Gestaltungskräfte, die durch die menschliche Gestalt und Bewegung hindurch zum inneren Erlebnis des Betrachters führten.

  Das Theater für Musikalische Plastik und Drama wurde 1992 gegründet, seit Anfang 2002 besteht eine Zusammenarbeit mit dem Moskauer Theater „Schule für dramatische Kunst“ unter der Leitung des berühmten russischen Regisseur Anatolij Vassiliev, deren Räumlichkeiten dem Institut zur Verfügung gestellt werden. Die Arbeit des Institutes wird im Ausland durch den

„ Förderverein der Akademie für eurythmische Kunst“ in Stuttgart unterstützt.

Die Tournee von Templaida führt sie diesmal weiter nach Belgien und Paris.

Am 26.06 2005 sind sie in Altenschlirf bei Fulda zu erleben.
                                          
Fenster schliesssen