Moskau,Weihnachten 2003 Liebe Freunde
Das vierte Jahr zeigt zwei umfassende Werke: das russische Volksmärchen „Finist,der
helle Falke“.Das Märchen bietet für den großen Kurs mit 18
Teilnehmern eine Vielfalt von interessanten Gestalten. Das zweite Werk
ist die musikalisch-dichterische Komposition von
Rimskij-Korsakoff „Scheherazade“
Gedichten von Nikolai Gumiljov aus dem Poem „Kind des Allah“, Werke,
die durch ihre Aktualität mitreißen und beeindrucken. Die Studenten
werden beide Stücke hoffentlich im Sommer in Dornach auf dem Treffen
aller Eurythmie-Schulen zeigen können. Außerdem sind im neuen Jahr
Aufführungen vor allem des Märchens in Schulen geplant. Das fünfte Jahr bereitet sein Programm für die Abschlussprüfung im Juni
vor und hat in den letzten Monaten seinen ersten Kurs in pädagogischer
Eurythmie bei unsere ehemaligen Mitarbeiterin Frau Slutsch in der
Moskauer Waldorfschule 1060 gemacht und sein erstes Schulpraktikum
durchlaufen. Da die Eurythmie in dieser Schule dank des künstlerischen
Einsatzes von drei Absolventen der Akademie jetzt auch in der Mittel-und
Oberstufe Fuß gefasst hat und selbst die Jungen der 10. Klasse mit
Begeisterung an einem großen Projekt von Glucks „Orpheus und Eurydike“
mitmachen, kann ein Praktikum nur Anreiz sein, auch Eurythmielehrer zu
werden. Eine Studentin des fünften
Jahres und zwei Studenten des 4. Jahres haben mit der Bühnengruppe an
dem neuen Programm für die England-Tournee im Januar-Februar mit-
gearbeitet. Im Mittelpunkt steht eine neue eurythmische Komposition mit
Musik von A. Schnittke, 1. und 3. Klaviersonate
und Gedichten von Marina
Zwetaeva. Musik und Gedichte spiegeln ungeheuer intensiv die Dramatik
unserer Zeit, deuten aber auch Wege, die in die Zukunft führen könnten.
Deshalb wurde das Programm „Träume“ genannt. Am Anfang stehen die
Corelli-Varationen von Rachmaninoff, ein Spätwerk von großer Tiefe,
das bereits 2001 von Studenten des fünften Jahres im großen
Tschaikowskij-Saal in Moskau gezeigt
und intensiv vom Publikum erlebt wurde. Der zweite Teil des
Programms ist heiter und leicht, aber auch mit „Tiefsinn“: „Das Märchen
vom Fischer und dem goldenen Fisch“ von A. Puschkin, eine
russische Version des Grimmschen Märchens von dem Fischer un
syner Fru. Sieben Aufführungen vom 29.- Januar bis 3. Februar 2004
stehen bevor und werden mit Spannung erwartet. Es scheint fast wie ein Wunder, dass trotz aller äußeren Schwierigkeiten
die eurythmische Arbeit so produktiv weitergeführt werden konnte. Wegen
den bescheidenen finanziellen Mitteln, die uns zur Verfügung standen,
mussten einige Nebenfächern -hoffentlich nur in diesem Schuljahr-
gestrichen werden. Neben Laut-, Ton- und Stabeurythmie gibt es im Moment
noch Sprachgestaltung, Musik, Stimmbildung, Chor und Anthroposophie. Da
Frau Drugowa, Leiterin der Eurythmie-Abteilung, im September 2003 ihren
Dokortitel in Philosophie erhalten hat – das Thema ihrer Dissertation
war: Rudolf Steiners Ästhetik und deren Verwirklichung in der Kunst-
wird sie im nächsten Semester die Fächer Philosophie und Ästhetik übernehmen
können. Auch die anderen beiden Eurythmie-Dozenten verfassten wissenschaftliche
Ausarbeitungen zu methodischen Fragen der Eurythmieausbildung. Frau
Chraputzkaja beendete eine Schrift zu den musikaischen Stilen in der
Eurythmie. In der großen Hoffnung,dass es wie in jedem Jahr gelingt, die noch fehlende
Lücke im Jahreshaushalt 2003/2004 von 25 000 EUR bis zum Juni zu schließen, grüßen wir Sie in
Dankbarkeit und mit den besten Wünschen für das neue Jahr Für die Dozenten und Studenten des Institutes für musikalische Plastik und
Drama Dr. Nikolai Konovalenko
|